00:09
Herzlich Willkommen zum SF-Grimi-Podcast. Mein Name ist Wolfram Höll. Bei mir ist die Frau, mit der ich langsam ein Gespräch führen muss. Und zwar über den Kinderwunsch des Grimi-Podcasts. Nicht das Ob, sondern das Wie. Susanne Jansson heißt die Frau. Die Frage, die ich erstellen möchte, ist, sollte der Grimi-Podcast jemals, jetzt mal ganz hypothetisch gedacht, ein Kind bekommen? Wie würde es heißen? Gibt es drei Möglichkeiten, Susanne?
00:37
A. Louis B. Robert C. Thomas
00:42
Hallo Wolfram, entschuldige, du siehst mich ein bisschen fassungslos, weil ich bis jetzt von dem Krimi-Podcast nie als einem alleinstehenden Wesen oder Ding, was schwanger werden könnte, gedacht hätte, sondern das eigentlich immer mit uns in Verbindung gebracht habe. Dann siehst du vielleicht meine Schwierigkeit, die deine Frage aufhilft, aber ich kann sie beantworten.
01:01
Du könntest ja zum Beispiel mit dem Hörspiel-Podcast zusammen ein Kind bekommen oder mit dem Schreckmümpfeli oder sogar mit Meloni.
01:07
Du hilfst mir nicht wirklich. Okay, also wenn der Krimi Podcast ein Kind hätte und ich diese drei Namen zur Auswahl hätte, dann nehme ich natürlich das, was gerade eben im Moment meine Nächte bewegt hat und meine Tage durch einen schönen Höreindruck. Ich entscheide mich für Antwort C. Dummer. Ich kann es natürlich nicht so schön aussprechen. Bei mir klang es ein bisschen wie Dummer, ne? Oh Gott. Dummer.
01:30
Ich finde, es gibt ja kein richtig oder falsch in den Namen für Kinder.
01:35
Das kannst du dem Kind dann mal erklären, wenn es 18 ist, ob das richtig oder falsch ist.
01:38
Ich finde, du hast das genau richtig gemacht. Thomas ist natürlich ein bekannter Name für die treue Hörerschaft des Krimi-Podcasts. Gerade vor zwei Wochen hatten wir den roten Sportwagen von Louis C. Thomas. Und da folgten wir auch schon ganz viele andere Hörspiele von ihm. Und noch vor ein paar Monaten die Falle von Robert Thomas.
02:00
Also ein Name, der eigentlich in die Wiege gelegt ist. Man kann sich fast nicht mehr entziehen. Sei es so. Warum denkst du ans Kinderkriegen bei dem Hörspiel?
02:09
Eigentlich habe ich nur eine Einführung gesucht, wie ich das jede Woche mache. Ich habe aber eine Begründung noch dazu im Nachhinein mir überlegt. Möchtest du sie hören?
02:18
Ja.
02:18
Ja, bitte. Vielleicht komme ich aus diesem verstörten Zustand ein bisschen raus. Was ist deine Begründung?
02:23
Also die Hauptfigur des heutigen Hörspiels, der zweite Schuss, ist ein Kriminalkommissar. Und wir leben ihn nicht beim Amidgen, sondern frisch vermählt in der Ehe mit einer deutlich jüngeren Frau. So, und da ist jetzt zum Beispiel Kinderwunsch könnte ja früher oder später durchaus mal ein Thema sein. Und ich finde, wenn man sich vorstellt, dass Kriminalkommissare Kinder haben können, dann können auch Krimi-Podcast-Kinder haben.
02:50
Das stimmt, Kriminalkommissare und Kinder ist gar nicht so eine schöne Kombi. Das macht sie so verletzlich.
02:56
Das macht sie wahrscheinlich verletzlich, ja.
02:58
Zum Glück, du hast es ja schon gesagt, dieser Kriminalkommissar aus dem Jahr 1968, wie das Hörspiel, ist Gott sei Dank im glücklichen Honeymoon, ist im Urlaub für ein halbes Jahr, können wir vielleicht auch noch drüber sprechen. Aber er hat ein Problem, nämlich Eifersucht. Und Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifersucht was Leidenschaft. Und damit haben wir, glaube ich, für dieses Kammerspiel schon genug Spannungspotenzial, Konfliktpotenzial anklingen lassen, oder?
03:24
Das ist auf jeden Fall so. Und noch zumal er seine Eifersucht eben dann doch nicht ganz mit herkömmlichen Methoden auslebt, sondern mit denen, die die Polizeiarbeit ihm zur Verfügung stellt. Und das hat schon Abgründe.
03:37
Absolut.
03:38
Tun sich da auf.
03:39
Ihr seht mich heftig nicken.
03:41
Aber dennoch ist es wirklich ein spannendes, sehr lebendiges Hörspiel, was er jetzt bekommt. Viel Vergnügen beim ersten Teil von Der zweite Schuss von Robert Thomas.
03:52
Viel Spaß.
04:06
Der zweite Schuss, ein Kriminalhörspiel nach dem Theaterstück von Robert Thomas. Deutsche Bearbeitung, Lilian Westphal. Es spielen Olivier Lenoir, Kriminalkommissar, Wolfgang Reichmann. Suzanne, seine Frau, Lilian Westphal. Patrice, Peter Ahrens. Monsieur Edouard, Joachim Thege. Ein Bote, Thomas Minzen.
04:33
Musik Rolf Graf, Technik Urs Eckenschwiler und Ruth Hüssi, Regie Ulrich Studer. Sie hören eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks und des Radios der Deutschen und Retoromanischen Schweiz.
05:14
Ja, bitte. Spedition Trabuco. Ich habe eine Express-Sendung für Herrn Olivier Lenoir, Villa Seemöwe. Sind Sie das? Jawohl.
05:24
Dankeschön. Warten Sie, warten Sie. Ich trage Ihnen die Kiste lieber selber rein. Sie ist nämlich ziemlich schwer. Ach, danke. Wo soll Sie denn hin? Das ist nett von Ihnen. Kommen Sie da ins Wohnzimmer, ja? Ah, ja.
05:33
So.
05:34
So. Da hab ich aber Glück gehabt, dass jemand zu Hause ist. Mit dem Lastwagen kommt man nicht mehr durch auf dem kleinen Zufahrtsweg zu Ihrem Haus. Da muss ich das Ding einen halben Kilometer lang schleppen.
05:46
Ach, jetzt weiß ich auch, was es ist. Das ist aber rasch gegangen.
05:49
Ja, Trabucco-Transport ist der schnellste.
05:52
Das ist nämlich ein Geschenk für meine Frau.
05:55
Würden Sie bitte hier unterschreiben? Ja.
05:58
Wo?
05:59
Hier.
06:01
Ich habe Sie noch nie in dieser Gegend gesehen. Sind Sie neu hier?
06:04
Ja, wir haben die Villa für die Ferien gemietet.
06:07
Das Klima in der Bretagne, das ist berühmt. Ich selber kann da zwar nicht mitreden, ich bin noch nie von hier weggekommen.
06:13
Kommen Sie. Das ist für Sie.
06:17
Das ist aber... Dankeschön. Also für so ein Trinkgeld mache ich Ihnen auch noch die Kiste auf, wenn Sie wollen.
06:23
Gern, aber passen Sie auf, es ist zerbrechlich.
06:26
Oh, Trabucco-Transport ist gut versichert, Sie kriegen alles ersetzt.
06:31
Sind Sie aus Paris?
06:34
Vorsichtig.
06:35
Ja, ich bin aus Paris. Ah, Paris. Da möchte ich mal hin. Aber bei meinem Beruf, da klebe ich hier fest.
06:42
Na, dann wechseln Sie eben den Beruf.
06:44
Ja, das ist aber leichter gesagt als getan. Und Sie?
06:47
Was haben Sie für einen Job? Ich bin Polizeikommissar bei der Kriminalpolizei.
06:54
Kripo? Na ja, so, wem es Spaß macht. So, jetzt haben wir es gleich.
07:01
Oh, eine Pendule.
07:02
Ja, vorsichtig. Das ist aber eine wirklich sehr schöne Wanduhr und so groß. Vorsichtig, warten Sie. Wir stellen Sie dort auf die Vitrine an der Wand, ja?
07:11
Ja.
07:12
So, vorsichtig.
07:14
Macht sich fabelhaft.
07:16
Altes Stück, was? Nachgemachtes Rokogo. Aber meine Frau hat Sie in einem Laden gesehen in Brest und war ganz verrückt nach ihr. Na, da habe ich Sie eben heimlich herschicken lassen. Als Überraschung.
07:27
Frauen lassen sich ja immer gern überraschen, besonders von Geschenken.
07:29
Ja, ja.
07:31
Brauchen Sie die Etikette noch, Monsieur? Na, sowas. Das kommt ja gar nicht aus Brest, sondern aus Paris. Da steht ja Werkstatt der Polizeipräfektur Sûreté.
07:43
Geben Sie. Ja, ja, ich weiß es. Eine kleine Reparatur. Ach, äh, könnten Sie wohl das ganze Verpackungsmaterial gleich wieder mitnehmen? Da haben Sie noch was für Ihre Mühe.
07:58
Gern, Monsieur. Danke vielmals. Das war aber wirklich nicht notwendig.
08:01
Naja. So.
08:03
Auf Wiedersehen, Monsieur.
08:04
Auf Wiedersehen, Monsieur. Danke auch.
08:11
Ja, hier Lenoir. Ach, du bist es. Ja, wie geht's dir denn?
08:19
Mir auch, glänzend, ja, ausgezeichnet. Ein herrlicher Monat, du, ich erhole mich prima. Ja, wir haben eine Villa gemietet hier. Sehr hübsch, ganz abgelegen, direkt am Meer.
08:28
Mhm.
08:30
Ein Motorboot gehört auch dazu. Wir fahren auf dem Golf von Morbiant spazieren. Meine Frau? Ja, auch sehr gut. Wir sind sehr glücklich. Nein, sie ist einkaufen in Wann.
08:41
Mhm.
08:43
Gut, ich werde sie ausrichten. Du, hat man dir gesagt, dass du mich anrufen sollst? Ja, ich wollte dir einen Fall übergeben, die Sache Gondry. Das Dossier ist beim Kriminalrat, du brauchst es dir nur abzuholen.
08:54
Ja, er ist einverstanden.
08:58
Ich habe ein halbes Jahr Urlaub genommen. Was sagst du dazu? Keine Verhöre mehr, keine Recherchen. Ich fange an zu leben. Ausgerechnet ich das berüchtigte Arbeitstier und das mit 46 Jahren. Was? Die Kollegen sind baff. Ja.
09:18
Sehr attraktiv. Intelligent auch. Ja, auch sexy. Aber eine Lady, kapito? Der Kripo-Tiger zieht sich ins Privatleben zurück und wird gezähmt. Aber du, es gefällt ihm ausgezeichnet. Salut, Fernand. Grüße an die Kollegen. Ja, ist gut. Ciao.
09:41
Du, Scheuser. Susanne. Hast du mich aber erschreckt.
09:49
Was bin ich? Eine sexy Lady? Und du, der böse Kripo-Tiger, der sich zähmen lässt?
09:57
Das ist ja allerhand. Madame hat gehorcht. Das ist aber sehr schlimm. Telefongespräche abhören ist ein grober Vertrauensbruch.
10:09
Und was sagt das Strafgesetzbuch dazu, Herr Kommissar?
10:12
14 bis 25 Tage Gefängnis. Ehefrauen können die Strafe zu Hause absitzen. Wenn Sie Ihrem Mann einen Kuss dafür geben.
10:19
Einverstanden. Was wollte dein Kollege von dir?
10:26
Wer?
10:27
Na, der am Telefon.
10:29
Ach, er, ja. Du, Suzanne, ich, ach, das ist zu dumm. Ich muss heute Abend nach Paris. Nach Paris? Ja, aber nur für einen Tag. Die brauchen ein paar wichtige Auskünfte über einen Fall, der morgen zur Verhandlung kommt.
10:41
Oh, so nein.
10:42
Ja, mein Schatz, du hast eben einen berühmten Polizisten geheiratet.
10:46
Du fährst heute Abend?
10:47
Was soll ich machen? Es ist dringend.
10:48
Ich muss... Och, Olivier, fahr doch erst morgen.
10:52
Unmöglich, mein Kind. Ich muss heute Nacht noch mal die Akten durchsehen. Aber morgen bin ich ja wieder zurück.
10:56
Und du lässt mich allein, ohne mit der Wimper zu zucken, wo du so eifersüchtig bist wie ein Tiger.
11:01
Habe ich Grund dazu?
11:02
Och, du weißt genau, dass du keinen hast, du Unverschämter.
11:07
Oder?
11:11
Komm schnell zurück, ja?
11:12
So schnell ich kann.
11:14
Du, du könntest ja Frau Robeck bitten, hier zu übernachten.
11:16
Ach, bloß nicht. Es genügt mir schon, dass sie am Vormittag hier herumwirtschaftet. Ihr muffiges Gesicht auch noch den ganzen Abend zu genießen, na danke.
11:24
Hast du auch keine Angst, so allein in dem abgelegenen Haus? Aber keine Spur. Soll ich dir meinen Revolver da lassen?
11:30
Um Gottes Willen, was für eine Idee. Ich habe mehr Angst vor einem Revolver als vor Einbrechern.
11:37
Das erste Mal seit unserer Hochzeit, dass wir getrennt sind.
11:39
Hm.
11:42
Rufst du mich wenigstens an? Aber natürlich. Du weißt du was, ich komm mit.
11:46
Aber nein, mein Schatz. 400 Kilometer und in Paris ist grauenhaftes Wetter. Mach dir lieber einen schönen Tag mit Bootfahren und Schwimmen. Du kannst doch vom Wasser nicht genug kriegen, sagst du immer.
11:56
Also gut. Aber ich ärgere mich trotzdem über deine Kollegen in Paris. Diese blöden Polizisten. Du hast doch Urlaub. Warum müssen sie dich denn unbedingt tragen?
12:06
Weil ich eben ein schlauer Fuchs bin? Alt geworden. Ihr Metier.
12:11
Olivier?
12:13
Fängst du schon wieder mit deinem Alter an?
12:16
Ach, ich möchte 15 Jahre jünger sein.
12:18
Dann wärst du 31 und ich 13. Was steht auf der Führung, Minderjähriger?
12:22
Fünf Jahre Gefängnis.
12:23
Na also, schon besser wir bleiben, wie wir sind, ja? Dein Herz ist 30 Jahre alt. Und meine Vernunft, na die ist mindestens 30. Also sind wir beide genau gleich alt.
12:37
Seit unserer Heirat werde ich jeden Tag ein Jahr jünger.
12:41
Da musst du aber schleunigst bremsen mit der Verjüngung, sonst werde ich dich nächsten Montag in den Kindergarten bringen.
12:48
Olivier!
12:49
Ja?
12:51
Oh, die Pendeluhr!
12:54
Ja?
12:55
Die Pondue L'Aspresse! Oh, du hast sie gekauft!
12:58
Vor einer Viertelstunde ist sie gekommen.
13:01
Oh, Liebling! Oh, sie ist wunderbar!
13:05
Pass auf, Sherry, fass sie nicht an, sie ist ein bisschen alterschwach. Der große Zeiger fehlt, das müssen wir eben reparieren lassen. Ach...
13:11
Und ich habe sie mir so gewünscht. Du bist... Oh!
13:14
Tatsächlich? Warum hast du denn gar nichts gesagt?
13:17
Ach, Schatz, du hast mir schon so viel geschenkt. Und ich habe keinen Freund in die Ehe mitgebracht.
13:23
Willst du wohl still sein? Bürgerliches Gesetzbuch, eheliche Gütergemeinschaft bedeutet, was mir gehört, gehört auch dir.
13:34
Weißt du, warum ich so verliebt in die Urbin?
13:36
Na?
13:37
weil sie mich an die alte Pendeluhr von daheim erinnert. Als ich klein war, stand ich immer davor und dann habe ich sie wunderschön gefunden. Und als ich acht Jahre alt war, dann haben sich meine Eltern scheiden lassen. Mama behielt mich und Papa die Pendule.
13:53
Na, fein.
13:54
Jetzt hast du beides wiederbekommen. Eine Pendule und ein Papa.
13:59
Also ich habe keinen Vater geheiratet, sondern einen Mann. Hör endlich mit diesen lächerlichen paar Jahren Altersunterschied auf. Wir werden zusammen leben und zusammen alt werden, verstanden?
14:09
Ja, mein Herz, ich bin ein Idiot, dass ich so eifersüchtig bin.
14:12
Und ihr?
14:15
So, jetzt Schluss damit.
14:31
Ach.
14:34
Kennst du die Melodie?
14:36
Das ist ja unser Walzer.
14:37
Ja, bei dem wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Auf der Schiffsfahrt.
14:42
Wo hast du die Platte her?
14:43
Gestern gekauft.
14:47
Weißt du noch? Ich saß an der Bar. Du kamst herein und sahst dich um, wo du dich hinsetzen könntest. Ich hatte Glück, neben mir war noch ein Platz frei. Bitte schön, Madame.
15:02
Danke, Monsieur.
15:05
Darf ich Sie zu einem Drink einladen, Madame?
15:08
Gerne.
15:16
Chin-chin.
15:17
Chin-chin.
15:23
So eine Kreuzfahrt ist wirklich angenehm und erholsam. Finden Sie nicht auch?
15:29
Oh ja, sehr.
15:36
Das ist Palma de Mallorca.
15:38
Ach ja? Was sind Sie eigentlich von Beruf?
15:45
Ich ... Polizeikommissar bei der Pariser Kriminalpolizei. Berühmt? Vielleicht in der Unterwelt. Das ist sehr angenehm. Es verschafft einem Beziehungen zu den höchsten Kreisen.
16:01
Für einen Polizisten haben Sie erstaunlich viel Humor.
16:03
Und für eine attraktive junge Frau sind Sie erstaunlich ernst. Warum?
16:13
Ich... Ich bin Witwe.
16:16
Witwe? Ach. Da haben Sie wohl sehr früh geheiratet.
16:22
Ja, mit 20 Jahren. Einen unmöglichen Mann, wie sich später herausstellte.
16:29
Wir waren gerade dabei, uns zu trennen. Da kam er durch einen Unfall ums Leben. Ich habe mich noch nicht ganz erholt von allem.
16:38
Traurig.
16:41
Enttäuscht.
16:41
Und einsam.
16:45
Hände weg, der unverschämte Polyp. Und dann ging ich mit dir schlafen.
16:53
Am ersten Abend.
16:57
Ich hatte den Verstand verloren.
17:00
Und deine ganze Eifersucht ist daraus entstanden. Nein. Doch, du dachtest dir, wenn sie sich mir so schnell hingibt, dann wird sie es mit anderen Männern genauso machen.
17:08
Ich werde dich nicht mehr plagen, mein Engel. Schluss mit der Eifersucht.
17:10
Na?
17:11
Mein großes Ehrenwort, du. Oh, es ist höchste Zeit. Ich muss meine Sachen zusammensuchen, sonst wird es zu spät.
17:17
Ja, tu das. Ich werde inzwischen ein Bad nehmen und dann packe ich deinen Koffer. Aber eines sage ich dir. Wenn du dein großes Ehrenwort nicht hältst, dann sollst du auch was haben für dein Geld. Dann fall ich dem ersten Mann um den Hals, der hier zur Tür reinkommt.
17:33
Ach, vergiss niemals. Othello, der rasend Eifersüchtige, tötete seine Frau.
17:39
Ach, ach, ach. Und vergiss du nicht, o grässlicher Umstand. Seine Frau war unschuldig. Ha, ha, ha.
17:57
Wo ist Ihre Tasche? Hier. Nichts. Was hat Sie gekauft? Nichts, nichts Besonderes. Ist die Uhr in Ordnung? Ja. Zufrieden. Sehr gut gemacht. Sehr gut gemacht. Und jetzt, wie spät ist es? Der richtige Moment für Monsieur Edouard.
18:37
Hoffentlich haben Sie nicht zu lange warten müssen.
18:40
Nur ein halbes Stündchen. Das macht nichts. Ihr Garten ist ja so hübsch angelegt. Ich habe vorne am Meer auf der Bank gesessen, damit man mich vom Haus aus nicht sieht. Wunderschöne Aussicht haben Sie dort. Ja, können wir sprechen, Herr Kommissar?
18:57
Ja, alles in Ordnung. Meine Frau ist im Badezimmer. Das dauert in meiner ganze Weile und dann packt sie noch meinen Koffer. Wir haben Zeit.
19:03
Und sie hat keine Ahnung von... Nicht die geringste.
19:08
Sie sollten so etwas nicht machen, Herr Kommissar. Eine Reise vortäuschen nur, weil Sie Ihrer Frau nicht trauen, weil Sie sie erwischen wollen, bei Gott weiß was. Bei gar nichts werden Sie sie ertappen. Nein, wirklich, das ist Ihre nichtwürdig, Herr Kommissar. Ein Mann wie Sie sollte sich nicht derart von der Eifersucht hinreißen lassen. Sie wissen doch, schon Shakespeare sagt, Gott bewahr euch, Herr, vor diesem grün geäugten Scheusagen. Monsieur Édouard,
19:34
Ich kenne Sie beruflich und privat seit zwölf Jahren. Sie sind ein glänzender Privatdetektiv. Gut, ich habe Sie deshalb aus Paris kommen lassen, habe Sie in einer tadellosen Pension einquartiert und zahle Ihnen Ihre hohen Honorare ohne zu feilschen. Ich habe Sie hierher bestellt, damit Sie meine Frau überwachen und nicht, damit Sie mir Moralpredigten halten. Ist das klar?
19:50
Nun seien Sie doch nicht gleich böse, Herr Kommissar.
19:52
So lassen Sie doch das ewige, Herr Kommissar. Psst, hier bin ich Herr Lenoir und basta.
20:00
Übrigens, wenn Sie so lebhaft die Partei meiner Frau ergreifen, könnte ich annehmen, Sie stecken mit ihr unter einer Decke. Oh, Monsieur, so eine Unterstellung.
20:08
Ich bin ganz außer mir. Jetzt arbeite ich seit 28 Jahren als Privatdetektiv. Und noch nie hat mir jemand zugetraut, dass ich irgendeine Unkorrektheit... Also wirklich.
20:18
Na, also beruhigen Sie sich.
20:19
Ich glaube es Ihnen ja.
20:21
Setzen Sie sich. Ihren Bericht, bitte.
20:25
Bitte. Bitte.
20:28
Hier. 11 Uhr. Ihre Frau geht aus dem Haus. 11.20 Uhr. Sie kauft ein Fotoapparat. 11.30 Uhr. Längere Einkäufe im Warenhaus am Marktplatz. 13 Uhr. Sie isst eine Kleinigkeit in einem Selbstbedienungsrestaurant. Allein übrigens. Da habe ich geschrieben. NZB. Das heißt, nichts zu berichten.
20:52
Und am Nachmittag geht sie zum Gärtner. Wie sieht er aus? Jenseits von Gut und Böse. Etwa 70. Und hinten. Ja, weiter, weiter. Diverse Einkäufe. Immer ein ZB. Nicht zu berichten. Und dann geht sie nach Hause. Gut, das genügt. Ausgezeichnete Arbeit.
21:14
Sie sehen so aus, als seien Sie beinahe enttäuscht über den guten Bericht.
21:17
Nein, natürlich nicht. Ich bin glücklich darüber. Und entschuldigen Sie meine Nervosität von vorhin.
21:25
Das bin ich gewöhnt, Herr Kommissar. Wir sagen Helenoir. Die schlechte Laune eifersüchtiger Klienten ist im Preis für die Nachforschung mit einkalkuliert. Und Sie, Helenoir, immer noch nicht verheiratet? Oh, nein. Nein.
21:43
Ich bin zu viel unterwegs, wissen Sie. Verlobt war ich schon viele Male. Ich bin eigentlich fast immer verlobt, aber kurz vor dem entscheidenden Abschluss kam jedes Mal etwas dazwischen. Es muss wohl irgendwie an mir liegen. Ich bin nicht der Typ, der sich so richtig verlieben kann. Ich bin zu ruhig. Sie dagegen, Monsieur? Sie hat es ganz schön erwischt, nicht wahr?
22:04
Das ist gar kein Ausdruck. Und meine Eifersucht wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind. Hören Sie...
22:12
Meine Frau hat doch nicht etwa gemerkt, dass sie beobachtet wird. Oh, Monsieur, schauen Sie mich doch an. Bin ich jemand, den man bemerkt? Nein. Ich bin ein Niemand. Ich sehe so unauffällig aus, so unpersönlich. Wenn ich mich zufällig im Spiegel sehe, erkenne ich mich oft selbst nicht. So eine Art Unsichtbarkeit, wissen Sie, das ist direkt eine Gabe für meinen Beruf. Bestimmt. Aber fürs Privatleben... Da ist das eher ein Handicap. Hier, Monsieur, Ihr Honorar für die vergangene Woche.
22:46
Danke vielmals.
22:48
Tja, und jetzt kann ich wohl wieder nach Paris zurück, nicht wahr? Keineswegs.
22:53
Es bleibt bei der vorgetäuschten Reise. Ich will ganz sicher gehen. In einer Stunde verlasse ich das Haus und Sie werden es überwachen während meiner Abwesenheit.
23:01
Gut, werde ich mich als Fischer verkleiden. Aber Sie werden schon sehen, was Sie davon haben. Wieso? Weil Ihre Frau anständig ist. Sehen Sie, ich spreche ja gegen mein Geschäftsinteresse. An Ihnen könnte ich lange gut verdienen. Immer Rapporte abliefern, mit NZB nicht zu berichten. Aber das macht mir keinen Spaß. Und ich sage Ihnen, Sie verdient Ihr Misstrauen nicht. Das werde ich jetzt erfahren.
23:28
Schauen Sie sich das an.
23:31
Ja. Was wollen Sie mir denn an dieser Uhr zeigen?
23:35
Nicht an, sondern in der Uhr, beziehungsweise im Uhrenschrank.
23:41
Da. Hübsch installiert, nicht? Ah, ein Tonbandgerät. Ja. Meine Frau hat die Uhr gefallen und da habe ich sie hinter ihrem Rücken gekauft und in unsere Polizeiwerkstatt geschickt. Dort haben sie ein besonders empfindliches Mikrofon mit einem kleinen Bandgerät eingebaut. Ein Druck auf den Knopf hier und es läuft circa fünf Stunden lang. Ganz dünnes Langspielband. Erinnern Sie sich, dieselbe Falle habe ich in der Halsbandaffäre von Lady Maxwell benutzt.
24:07
Tja, und mit größtem Erfolg damals.
24:10
Aber bei Ihrer Frau, also das ist doch lächerlich.
24:13
Das werden wir sehen. Alles, was Sie sagt, wird hier aufgenommen werden. Ein paar Stunden nach meiner Abreise werde ich unter einem Vorwand zurückkommen und mir alles abhören. Das nennt man einen zuverlässigen Zeugen.
24:26
Also das ist schon nicht mehr Eifersucht. Das ist reinste Selbstquälerei.
24:32
Man könnte direkt denken, es mache Ihnen Vergnügen, etwas Unangenehmes zu erfahren. Hören Sie lieber etwas Unangenehmes als dieser ewige Zweifel.
24:41
Selbst wenn ich auf diesem Band etwas Schreckliches zu hören bekäme, ich glaube, ich wäre irgendwie erleichtert. Ich wäre zumindest meine Befürchtung los und mein Gehirn könnte wieder normal funktionieren. Ich weiß, das klingt idiotisch, aber ich habe ein Flair dafür, wenn etwas nicht stimmt und ich spüre, dass bei Suzanne irgendetwas nicht in Ordnung ist. Natürlich, ich kann es nicht beweisen.
25:01
Und Sie werden sehen, Monsieur Lenoir, das Tonband ist leer und Sie sind geheilt. Hoffentlich.
25:07
Ja, und dann bin ich ruhig. Ach, keine Angst mehr zu haben vor jedem Telefonanruf, vor jedem Menschen, der ein paar Worte mit meiner Frau wechselt, vor jedem Brief an Sie etc. etc. Es müsste Injektionen geben gegen so etwas. Also, Sie gehen wieder auf Ihren Beobachtungsposten, Edouard, und lassen das Haus nicht aus den Augen.
25:28
Ähm, Monsieur...
25:31
Bei dem hohen Honorar, das Sie mir zahlen, muss ich Ihnen eigentlich jede Kleinigkeit melden, nicht? Ja, natürlich. Warum? Ach, es fiel mir gerade ein, wie Ihre Frau heute in der Stadt in ihren Wagen stieg. Da trat ein Mann auf Sie zu und sprach ein paar Worte mit ihr.
25:49
Was für ein Mann?
25:50
Oh, ungefähr 30. Nicht schlecht aussehend. Ein Typ ist...
25:57
Schwer zu beschreiben. Was haben Sie zueinander gesagt? Kaum drei Sätze. Sah so aus, als frage er Sie, wie spät es sei oder sowas. Der übliche Trick, um ein Gespräch anzufangen. Aber sie ist gleich abgefahren. Immerhin reicht es, um ihm zu sagen, mein Mann verreist heute Abend, ich bin allein.
26:12
Komm. Das hat sie doch noch gar nicht gewusst. Doch, ich habe beim Frühstück schon eine Bemerkung fallen lassen.
26:17
Oh, ich bin sicher, der taucht hier auf. Also hören Sie, jede Frau wird mal von einem Kerl belästigt. Dafür kann sie doch nichts.
26:24
Jedenfalls gratuliere ich Ihnen zu Ihrer Wachsamkeit.
26:26
Das ist nur meine Pflicht herkommen, Herr Lenoir.
26:30
Also, auf morgen? Mit demselben Signal?
26:33
Jawohl. Aber Sie werden sich die Finger verbrennen.
26:35
Hören Sie, um mir meine Ruhe zu verschaffen, nehme ich es hin, dass Sie mich für unzurechnungsfähig halten.
26:43
Was für ein Job. Die Frau eines Polypen zu überwachen. Das ist paradox.
26:49
Also, adieu.
27:00
Olivier, bist du unten?
27:01
Ja, mein Schatz.
27:08
So. Dein Koffer ist gepackt.
27:11
Ah, danke. Ja, jetzt wirst du den ganzen Abend allein sein.
27:16
Die schöne Pendille wird mir Gesellschaft leisten.
27:18
Du fass sie möglichst nicht an. Sie macht einen ziemlich wackeligen Eindruck.
27:21
Ich werde zärtlich mit ihr umgehen.
27:23
Und jetzt erzähl mir von deinem Einkaufstag in Wamm.
27:30
Soll das ein Verhör sein, Herr Kommissar?
27:32
Aber nein. Ein liebevolles Gespräch zwischen Eheleuten.
27:37
Keine Szene wie vor drei Tagen.
27:38
Nein.
27:39
Als ich gesagt habe, ich sei um drei beim Konditor gewesen und du wagst es, ihn deswegen anzurufen. Er sagt, es war um vier und du brüllst den ganzen Abend.
27:45
Ja, ich weiß, ich weiß, ich weiß.
27:46
Und was war passiert? Meine Uhr war stehen geblieben. Weiter nichts.
27:52
Und was werde ich heute für Abenteuer verschweigen? Kann ich anfangen mit dem Rapport, Herr Kommissar?
27:57
Komm, mach dich nicht lustig über mich.
27:58
Also, ich war beim Gärtner und habe ihn angefleht, uns einen Mann zu schicken, der die Hecke schneidet und den Garten richtet.
28:04
Bravo, dann werden wir einen schöneren Blick auf den Golf haben.
28:07
Dann ging ich zum Metzger, der ist 70, zum Drogisten, hat ein Holzbein, zum Milchmann, der schielt. Hässlichere Lieferanten konnte ich leider keine finden.
28:14
Du bist süß, wenn du dich ärgerst, Liebling.
28:20
Hast du einen guten Parkplatz gefunden?
28:23
Ja, ja, hinter der Kirche.
28:26
Irgendjemanden getroffen?
28:28
Also, ob ich hier jemanden kenne? Ach, ja, ja, doch. Ein Typ hat mich um einen Franc bemogelt. Er sagte, er sei der Parkwächter, aber ich glaube, der kassiert schwarz.
28:37
Und dann bist du... Dann bin ich in einem Höllentempo nach Hause gefahren, um möglichst rasch bei meinem verrückten, misstrauischen Monstrum von Polizeikommissar zu sein.
28:46
Ich gebe auf. Das Verhör ist beendet. Sie sind frei, Madame.
28:51
Und trotz allem liebe ich ihn. Ich bin ein Esel.
28:57
Warum bist du nur so eifersüchtig? Wegen diesem lächerlichen Altersunterschied?
29:02
Nein, mein Herz. Nicht nur deswegen. Du bist eine faszinierende Frau, Susanne. Du strahlst Intelligenz und Lebendigkeit aus. Und du wirkst auf Männer wie... Ich habe das schon damals auf dem Schiff gemerkt. Sie waren alle hinter dir her. Ohne dass du geflirtet hast, das gebe ich zu. Du warst immer nur strahlend und ladylike.
29:26
Du gehörst in die High Society, in die Welt des Luxus, der Exklusivität. Gott weiß, warum du mich geheiratet hast. Ich bin ein Beamter, ein Durchschnittsmensch. Ja, vielleicht mit etwas mehr Köpfchen im Beruf als andere, tüchtig in meinem Metier, aber sonst... Ich bin nicht exklusiv, Susanne. Ich bin ein gewöhnlicher Polizist. Ich begreife einfach nicht, warum du mich liebst. Deshalb kann ich es auch nicht richtig glauben. Und deshalb bin ich eifersüchtig.
29:55
Habe ich dir irgendeinen Grund gegeben, an meiner Liebe zu zweifeln?
29:58
Nein.
29:59
Oder sehe ich aus wie eine Man-Killerin?
30:02
Nein. Aber das will nicht viel heißen, du. Ich habe schon Frauen mit Engelsgesichtern gesehen, die ihre Männer mit Rattengift um die Ecke gebracht haben. Liebling, ich bin glücklich mit dir. Hallo? Ja? Frau Lenoir? Ein Moment bitte.
30:27
Für dich.
30:28
Wer ist es denn?
30:29
Woher soll ich das wissen?
30:31
Also, um den zweiten Hörerliebling, ja? Ja. Hallo? Ach, Sie telefonieren im Auftrag des Gärtners.
30:41
Ja, ja, wir suchen jemanden für unseren Garten. Ungefähr einen Tag, nicht länger. Wie groß?
30:49
Ja, etwa wie... Wissen Sie was? Sehen Sie ihn sich doch morgen mal an, ja? Jetzt, jetzt! Moment, hören Sie, wäre es Ihnen möglich, jetzt gleich zu kommen? Mein Mann ist nämlich morgen nicht da. Unmöglicher Mensch. Ja? Oh ja, ja, das ist aber nett von Ihnen, ja? Gut, wir erwarten Sie. Vielen Dank, Monsieur.
31:12
Weißt du was? Wenn ich wieder zurück bin, nehmen wir Proviant ins Boot und fahren die ganze Küste hinunter bis nach Biarritz. Einverstanden?
31:22
Vorschlag angenommen. Wir beide ganz allein auf dem Meer. Da kannst du endlich ruhig sein.
31:29
Außer, wenn wir die Häfen anlaufen, dann werde ich mir ab und zu einen netten Matrosen anlachen.
31:36
Finde ich gar nicht komisch.
31:38
Also, du bist wirklich einmalig. Wann wirst du endlich kuriert sein und nicht mehr in die Luft gehen bei jedem Lächeln, bei jedem kleinsten Wort, das ich zu jemandem sage?
31:48
Apropos, jedes kleinste Wort. Wer ist Patrice?
31:53
Patrice?
31:56
Ja. Du hast heute Nacht im Schlaf gesprochen.
31:58
Ach. Und was habe ich gesagt?
32:00
Nur ein Wort. Patrice.
32:03
Patrice? Und wie noch?
32:05
Nichts weiter, nur Patrice.
32:08
Also so habe ich bestimmt nicht gesäuselt. Außerdem könnte doch auch Alice geheißen haben oder Marquise.
32:15
Oder Caprice. Aber es tut mir leid.
32:19
Du hast Patrice gesagt.
32:21
Schön, dann habe ich eben Patrice gesagt.
32:23
Aber stell dir vor, ich kenne überhaupt keinen Patrice.
32:26
Denk mal nach, vielleicht jemand von früher. Nein?
32:28
Nein.
32:29
Du fühlst dich nicht ganz wohl in deiner Haut.
32:30
Weil du mich krank machst mit deinem ewigen Misstrauen. Übrigens weiß ich ganz genau, was du dir ausgedacht hast. Es gibt weder einen Pierre noch einen Jean noch einen Patrice. Und ich habe überhaupt nicht im Schlaf gesprochen. Du stellst einfach eine falsche Behauptung auf, damit du irgendwas rausbekommst. Polizeimethoden sind das.
32:45
Ich gebe dir mein Ehrenwort. Du hast Patrice gesagt.
32:47
Und ich gebe dir mein Ehrenwort, dass ich keinen Patrice kenne. Also sind wir quitt.
32:54
Du bist einfach...
32:56
Grässlich bist du. Ich kann dich nicht ausstehen.
33:03
Susanne. Susanne, verzeih mir. Ich liebe dich doch. Und ich liebe zum ersten Mal in meinem Leben, Susanne. Da habe ich halt ein bisschen den Verstand verloren. Ich fahre nicht nach Paris, ja?
33:21
Nein, nein. Fahr nur. Sonst mache ich mir noch Vorwürfe.
33:28
Komm, küss mich.
33:32
Wer kann denn das sein?
33:34
Dein Gärtner wahrscheinlich.
33:37
Ja, du, sag du ihm, was wir gerichtet haben wollen, ja? Ich mache mich schnell zurecht.
33:43
In Ordnung, mein Schatz. Und sei mir nicht böse, ja? Nein. Und bring ein bisschen Eis mit, damit ich ihm ein Whisky anbieten kann. Ja.
34:04
Tja, guten Abend. Dolac ist mein Name. Henri Dolac.
34:11
Nett von Ihnen, dass Sie so rasch gekommen sind.
34:13
Ich arbeite an der Schule für Gartenbau und Ihr Haus liegt direkt auf meinem Heimweg. Gehen wir auf die Terrasse? Dann können Sie sich ein bisschen umsehen. Ja, sehr gern.
34:22
Hier geht's an. Ein hübscher Garten, nur total verwildert. Macht ja nichts. Sehen Sie?
34:30
Man müsste die Hecken schneiden, das Unkraut jäten, die Steine wegräumen und den Zugang zum Bootsanlegeplatz verbreiten.
34:35
Ja, wenn Sie wollen, kann ich morgen anfangen.
34:37
Na gut. Ach nein, morgen bin ich nicht da. Wir sind abwesend.
34:43
Wie wär's mit Sonntag? Oh ja, gerne. In dem Fall müsste ich meinem Chef nichts sagen. Das wär ein netter kleiner Nebenverdienst. In Ordnung. Machen Sie Ihren Preis. Sagen Sie, das hübsche Boot da am Landungssteg, gehört das Ihnen? Ja. Also das ist klasse. Ja? Ja?
35:00
Trinken Sie einen mit? Ja, ich kann nicht. Dann gehen Sie. Kommen Sie. Hier. Da, ihr Herrn Dolac-Vorsteller Liebling, er kommt am Sonntag. Das ist meine Frau.
35:12
Sehr erfreut, Madame.
35:14
Oh, darf ich helfen?
35:17
Oh, danke vielmals. Gott, wie ungeschickt von mir. Also, ich werde gleich frische Eiswürfel holen. Einen Moment.
35:26
Ahm.
35:30
Ja, also, dann, äh, auf Wiedersehen, Monsieur. Dann komm ich also am Sonntagmorgen, ja? Moment.
35:40
Wollen Sie nicht einen Whisky mit uns trinken?
35:42
Ja, wenn ich Sie nicht aufhalte, gern, Monsieur. Nein, nein.
35:47
Sie haben meine Frau schon gesehen?
35:48
Bitte? Beim Gärtner, nicht wahr? Ich? Nein, ich habe Madame noch nie gesehen. Ach, ich dachte, Sie hätten mit dir gesprochen.
35:56
Heute Nachmittag? Oh nein, Monsieur, ich war den ganzen Nachmittag in der Gartenbauschule. Ihr Gärtner rief mich dort an und richtete mir aus. Ach so, ja, ja. Haben Sie Familie? Ja, ich bin verheiratet. Drei Kinder, sechs, vier und acht Monate, das Kleinste hier.
36:08
So, da ist das Eis. Der Schaden ist repariert. Darf ich?
36:12
Ja, gerne, danke.
36:18
Herr Dolac versucht sich zu erinnern, wo er dich schon gesehen hat. Weißt du es? Ich? Nein.
36:22
Nein.
36:24
Ich habe ihn noch nie gesehen. Ja, dasselbe habe ich Herrn Lenoir auch schon gesagt.
36:27
Natürlich, Liebling. Wenn er mich nicht gesehen hat, dann kann ich ihn auch nicht gesehen haben, nicht wahr?
36:33
Ja, natürlich. Natürlich nicht.
36:36
Sie wohnen in Wann? Ja, in Wann. Und Ihre Adresse?
36:39
Ich wohne da... Du, weißt du, was wir pflanzen könnten, Schatz? Geranien. Die blühen nämlich sofort.
36:44
Das ist eine gute Idee. Die kann ich Ihnen am Sonntag gleich mitbringen. Ich bekomme sie nämlich zum En gros-Preis. Wunderbar.
36:50
Also dann auf Wiedersehen, Herr Dolac.
36:52
Auf Wiedersehen, Madame. Adieu, Monsieur Le Noir. Adieu, Monsieur. Bitte bleiben Sie doch. Ich bin schon allein genannt.
37:06
Charmanter Junge, was? Ja, sehr. Ach, findest du?
37:11
Jawohl. Und jetzt gebe ich dir ein paar gute Ratschläge.
37:16
Erstens, versuch nicht herauszufinden, ob der zweite oder dritte Vorname von dem armen Kerl Patrice sei. Zweitens, nimm endlich zur Kenntnis, dass ich ihn nicht kenne. Drittens, hör auf, wie ein Tiger im Zimmer herumzulaufen. Viertens, entscheide dich. Entweder du fährst nach Paris oder du bleibst bei mir. Aber dann sei bitte freundlich und gut erlaubt. Wenn nicht, dann werde ich meine Koffer packen. Ich habe es nämlich satt, ständig das Opfer deiner Eifersucht zu sein.
37:40
Du sprichst in einem Ton mit mir, als ob du ein schlechtes Gewissen hättest.
37:43
Ach, hör auf!
37:46
Du bist in deinem Beruf zu viel mit Verbrechern und Flittchen zusammengekommen. Du musst endlich lernen, dass es auch anständige Frauen auf der Welt gibt. Ich verlange, dass du mich achtest. Ich habe ein Recht auf deinen Respekt. Und jetzt schau mich nicht an wie ein böser Hund, sondern wie ein Mensch. Wir... Wir haben beide die Nerven verloren. Wir sollten wieder vernünftig werden.
38:11
Also, ich hole jetzt deinen Koffer, ja? Ja.
38:14
Ja.
38:20
Wir werden sehen. Wir werden sehen. Das Bandgerät ist eingeschaltet. Es läuft.
38:35
So. Koffer, Mantel, Hut.
38:39
Danke.
38:41
Fahr vorsichtig, Olivier, ja? Es ist schon dunkel draußen. Möchtest du noch einen Kaffee?
38:45
Nein, danke. Ich werde unterwegs sein trinken.
38:47
Magst du ein Sandwich mitnehmen? Nein, ich esse in Paris. Gut. Ich werde noch aufbleiben, bis du telefonierst.
38:53
Bis ich... Wieso?
38:56
Aus Paris. Dass du gut angekommen bist. Sonst kann ich nicht einschlafen.
39:02
Du, verzeih mir, dass ich dir so einen schlimmen Tag gemacht habe. Und warte, ich gebe dir ein Mittel. Wenn du gar nicht einschlafen kannst, dann nimm eine von den Tabletten, ja? Aber nur eine, hörst du, sie sind sehr stark.
39:15
Danke. Komm, ich begleite dich zum Wagen.
39:18
Nein, Liebling, es ist schon finster und ziemlich kühl. Mach dir doch ein Feuer im Kamin.
39:23
Und nehmt keine Autostopperin mit.
39:26
Als ob ich der Typ dafür wäre.
39:29
Kann ja auch mal grundlos eifersüchtig sein. Ja.
39:31
Ciao. Ciao, Liebling. Also, bis morgen Abend. Ciao.
39:36
Ciao. So. Jetzt brauche ich einen Whisky. Wo habe ich denn das Eis hingestellt? Ah.
40:06
Psst, sei ruhig, meine Süße. Patrice.
40:12
Psst. Du hast mich zu Tode erschreckt. Mein Gott, warum bist du gekommen? Hör Patrice, ich wusste... Dolac, Dolac heiße ich jetzt.
40:18
Henri Dolac, kapiert? Was willst du? Dir Gesellschaft leisten. Mach die Vorhänge zu, es braucht uns niemand zu sehen.
40:26
Du erlaubst, dass ich es mir bequem mache, ja? Ich habe mir gesagt, der Ehemann ist weg. Beste Gelegenheit für einen kleinen Schwarz mit meiner Susi. Nett von mir, was?
40:34
Mach, dass du fortkommst, du gemeiner Lump. 500 Fr. habe ich dir gegeben, wie du heute in der Stadt aufgetaucht bist. Die Frechheit hat es, mich anzusprechen.
40:43
Ich habe geglaubt, ich kann dich loswerden, wenn ich zahle. Und jetzt kreuzt du hier als charmanter Gärtner auf. Eine Unverschämtheit, sondern gleich!
40:50
Los!
40:51
Verschwinde und für immer! Ich will dich nie mehr sehen, du Schwein!
40:55
Schluss, Schluss, Schluss mit den feinen Ausdrücken. Ja, oder ich knall dir ein paar, so wie früher. War schon immer ein gutes Mittel, dich zu beruhigen. Es ist übrigens in deinem Interesse, wenn du dich zusammennimmst. So ein Fehler wie mit dem Eiskübel fallen lassen, darf dir nicht mehr passieren. Dein Mann hat sofort Verdacht geschöpfen, das ist ja auch schließlich ein Polyp. Glücklicherweise habe ich den Idioten gemimt und mir eine Familie einfallen lassen. Frau und drei süße Kinderchen.
41:19
Ich bitte dich, Patrice, ich muss dir erklären, dass ich... Aridolack ist der Name, merkt ihr schon?
41:23
Sei doch vernünftig.
41:27
Ich habe ein Verhältnis mit dir gehabt, gut, es war aufregend gut, aber es ist vorbei, verstehst du, vorbei. Und jetzt habe ich einen Menschen gefunden, einen...
41:37
Einen wunderbaren Menschen, hörst du, den ich liebe, den, den ich liebe, ich, ich liebe.
41:42
Es hat keinen Wert zu brüllen, ich bin nicht taub. Ich will ihn nicht verlieren. Ah, hast einen hübschen Dummen gefunden, was?
41:49
Ach, keine Rede von dumm, er ist intelligent und feinfühlig, er spürt das mit meiner Vergangenheit, was nicht stimmt.
41:55
Also will ich in Buenos Aires zufällig deinen Namen in der Gesellschaftsrubrik von Figaro lese? Na, ich denke, ich werde verrückt. Du verheiratet und dazu noch mit einem Polizeikommissar zum Tod lachen. Naja, und da beschloss ich, mich mit euch beiden ein bisschen zu beschäftigen. Du weißt ja, ich liebe die Polizei und er liebt dich hoffentlich.
42:14
Ja, er liebt mich, aber er ist eifersüchtig.
42:16
Oh je, darauf einen kleinen Whisky.
42:18
Er leidet darunter. Wie ein Tier.
42:24
Und ich... Ich würde alles tun, um seine Zweifel zu vernichten, um ihm endlich Ruhe zu geben. Alles. Verstehst du? Ah, ja. Also lass mich in Frieden. Geh weit weg von hier. Und komm nie mehr zurück.
42:41
Na gut.
42:42
Wenn es dir so am Herzen liegt, dann gehe ich eben. Sagen wir mal Australien? Ja? Weit genug? Ja. Reisen hat mir schon immer Spaß gemacht. Bloß, weißt du, es ist halt ziemlich teuer.
42:55
Aber...
42:57
Ich habe kein eigenes Geld.
42:58
Dann lux es deinem Mann ab. Der hat ja Zaster genug. Ich habe ein paar Recherchen gemacht. Vor einem halben Jahr hat er eine dicke Erbschaft eingesangt. Und unter welchem Vorwand soll ich Geld von ihm verlangen? Das ist dein Bier. Finde ein.
43:07
Unmöglich. Ohne einen richtigen Grund gibt er mir kein Geld.
43:09
Dann werde ich ihm eben die Gründe liefern.
43:11
Und was sagst du ihm? Was glaubst du mit der Antwort? Und denkst du vielleicht, weil er im Urlaub ist, hat er seinen Grips im Justizpalast zurückgelassen?
43:17
Ich weiß, wie man mit Polypen redet. Deinem kleinen Maigret, mein Schätzchen, werde ich nur ein paar einfache Wahrheiten auftischen. Herr Kommissar, werde ich sagen. Ich bin der ehemalige Liebhaber von Ihrer Frau, wissen Sie, aus der Zeit Ihrer ersten Ehe. Und ich hätte gerne von Ihnen ein bisschen Kleingeld zum Auswandern. Ich möchte ein ehrlicher Mensch werden. Was sagen Sie dazu? Hauen Sie ab, wird er sagen. Gut, wie Sie wünschen, sage ich. Dann gehe ich jetzt Dante Pede zur Polizei. Ich habe nämlich den Beweis, dass Ihre nette kleine Frau Susanne ihren ersten Mann getötet hat.
43:46
Du hast keinen Beweis!
43:49
Willst du es drauf ankommen lassen?
43:51
Kein Mensch mit einem obskuren Kerl wird dir glauben.
43:54
Ach, und dein Mann mit seiner verrückten Eifersucht und seinem Polizistenriecher, der geht die Wände hoch, da bin ich ganz sicher. Sherlock Holmes wird explodieren, ein Feuerwerk wirst du erleben. Ganz große Klasse. Komm, komm, komm, hör auf zu weinen, das zieht bei mir nicht. Also ziehen wir die Bilanz. Du hast dich eingerichtet, hast deinen guten Mann gefunden, prima. Liebst ihn? Einverstanden. Aber ich will auch ein neues Leben anfangen. Logisch, nicht? Also hilf mir gefälligst. Und dann lass ich dich in Ruhe. Und wie stellst du dir das vor? Ganz einfach. Du kaufst dir ein tolles Halsband oder sowas ähnliches mit vielen Brillanten drin und drei Tage später verließt du das Zeug im Garten oder sonst wo.
44:30
Und wenn er mir keinen teuren Schmuck kaufen will?
44:32
Du hast einen Geizkragen, ist er auch noch. Ist ja ein Trauerspiel. Na, dann kauf ihn selber auf Kredit und wenn er genug geschimpft hat, wird er die Rechnung schon bezahlen. Er ist doch verrückt nach dir, oder?
44:41
Ich bitte dich, Patrice. Harry, du Lack zum Teufel! Sonst schmier ich dir eine.
44:46
Und jetzt los, lass dir was einfallen, Süße. Am Sonntag will ich kassieren und zwar die Menge, verstanden? Und wenn das nicht klappt, dann setze ich mich hin und werde deinem Mann was erzählen. Oh Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll. So, Schluss jetzt, Schluss jetzt. Wenn du mir was Dringendes zu sagen hast, kannst du mich im Golfhotel erreichen, unter dem Namen Luis de Cordoba. Argentinischer Pass, fein, ne?
45:09
Du ekelst mich an. Was meinst du, was du tust mit deiner Madonnenhaftigkeit? Verschwinde!
45:18
Aber schnell! Weg vom Fenster! Man kann nie wissen!
45:21
Heute Nachmittag, in Wann ist dir einer nachgegangen?
45:23
Mir?
45:23
Ja, so eine Art Opa im Gabardinmantel. Lässt dich dein Othello vielleicht beobachten?
45:28
Oh nein, so weit würde er nie gehen.
45:29
Ein Polizist. Na schön, ich verschwinde jetzt. Küsschen, mein Schatz. Lass mich in Ruhe. Na, na, na, na, na. Früher hast du dich nicht so geziert, als ich dich noch mit deinem ersten Mann geteilt habe.
45:41
Der war genau so ein Schuft wie du. Nach seinem Tod hätte ich dich auch umbringen sollen.
45:47
Dann hättest du heute keine Scherereien.
45:48
Wenn du mich nicht in Ruhe lässt, dann...
45:51
Dann werde ich dich auch noch umbringen.
45:53
Sieh mal an, das würdest du fertig bringen, nur um dein Schnuckelchen zu schonen?
45:58
Du wirst es sehen.
45:59
Das ist nicht mehr Liebe, das ist Raserei.
46:02
Was verstehst du davon? Du hast noch nie in deinem Leben jemanden geliebt.
46:07
Hör auf, sonst fange ich an zu weinen.
46:11
Entweder ich töte dich oder mich. Die Schlaftablette.
46:23
Ja, das wäre gut. Damit kann ich es tun.
46:27
Rührend, wirklich traurig. Hast du auch genug Tabletten? Oder soll ich dir in der Apotheke noch welche besorgen?
46:36
Ich werde es ihm sagen.
46:39
Alles. Gar nichts wirst du sagen. Ich kenn dich, du bist feig. Also, bis Sonntag. Und bring dich nicht um bis dahin, nur ja wirklich ein Jammer, so hübsch wie du bist. Du angelst dir bestimmt einen dritten Mann, wenn's schief geht mit dem Polizisten. Madame, Luis de Cordoba küsst Ihnen die Hand. Salut, mein Schätzchen.
47:10
Dreckskerl. Ich will nicht mehr leben. Ich will nicht mehr leben. Ich bring mich um. Er soll es nie erfahren. Ich bring mich um. Ich bring mich um!
48:07
Liebchen, ich bin umgekehrt. Du, ich pfeife auf die Pariser Reise. Ich bleib bei dir. Ich hatte so Sehnsucht. Ich lieb dich. Suzanne? Suzanne? Suzanne? Schläfst du schon? Suzanne?
48:27
Zwei Gläser?
48:29
Also doch, Zigarren. Es war jemand da. Das Bandgerät.
48:42
Mit wem war sie zusammen?
48:44
Mit wem war sie zusammen? Was, was, was hat sie gesagt?
48:47
Auf dieser Maschine.
48:47
So. Sei doch vernünftig.
48:48
Ich habe ein Verhältnis mit dir gehabt, Gutes auch. Gute, aber es ist vorbei, verstehst du? Vorbei. Und jetzt habe ich einen Menschen gefunden, einen wunderbaren Menschen, hörst du, den ich liebe, den ich liebe.
49:09
Ich liebe... Oh, mein Liebling, mein Alles.
49:15
Oh Gott, ich... Ja, das wird das Abend. Gut, wie Sie wünschen, sage ich. Dann gehe ich jetzt Dante Pede zur Polizei. Ich habe den Beweis, dass Ihre nette kleine Frau Susann ihren ersten Mann getötet hat.
49:32
Mein Gott, mein Gott, ist das möglich?
49:34
Oh Gott, wie ich dies hasse. Mach die eine.
49:39
Und jetzt los, lass dir was einfallen, Süße. Am Sonntag will ich kassieren und zwar die Menge, verstanden? Und wenn das nicht klappt, dann setze ich mich hin und werde deinem Mann was erzählen.
49:50
Das ist ja, das ist ja unfassbar.
49:56
Hör auf, sonst fange ich an zu weinen.
50:05
Entweder.
50:09
Ich töte dich.
50:12
Oder mich. Die Schafe.
50:15
Mein Gott. Ja. Susanne.
50:21
Damit kann ich es tun.
50:22
Um Gottes Willen. Susanne.
50:25
Die Tabletten. Oder soll ich dir in der Apotheke geben? Susanne.
50:34
Mein Gott, die Blätten, hast du sie genommen? Oh, ein Tonbandgerät. Susan, die Pendelung. Was hast du getan? Dich von mir befreit.
50:39
Mein Gott, Susan.
51:08
Hallo, schnell, geben Sie mir das Spital in Wannen. Dringend, ich brauche einen Krankenwagen, schnell.
51:17
Susanne, wo ist denn nun der zweite Schuss und der erste?
51:23
Die trinken noch die ganze Zeit.
51:25
Also ein Schuss.
51:27
Einen anderen habe ich auch nicht gehört. Whisky mit dem Gärtner. Nein, ich bin ja ein einfaches Gemüt. Wenn ich weiß, Hörspiel in zwei Teilen und das heißt der zweite Schuss, dann erwarte ich mindestens pro Teil einen Schuss. Das ist meine Erwartungshaltung.
51:37
Die fünf toten alten Damen haben dich da ein bisschen verdorben.
51:41
Genau, so bin ich.
51:42
Nein, die Spannung wird aufrechterhalten. Und ja, es ist wirklich schwer, jetzt hier nichts zu spoilern für den zweiten Teil.
51:49
Ich habe ja eben noch nicht weiter gehört. Du kennst den zweiten Teil schon eben.
51:52
Du hast nichts aus mir herausbekommen.
51:54
Soll ich vielleicht irgendein Abhörgerät installieren und du sprichst mit dem Gärtner über den Krimi oder so?
52:01
Welche Pondüle habe ich denn erwähnt, die ich so gerne haben möchte? Genau.
52:06
Ich frage mich wirklich, wie es weitergeht. Es gab ja doch schon viele Wolken in dieser ersten Folge. Auch für den Punkt dramaturgisch sehr gut gesetzt, wo wir diesen Cliffhanger haben.
52:15
Also natürlich die ganze Eifersucht. Dann, dass anscheinend unser Kommissar trotzdem sogar recht hat mit der Eifersucht, was ich auch noch ein bisschen ein schwieriges Signal finde. Eigentlich doch ganz gut, wenn Sie Ihre Frau abhören, weil Sie helfen ja am Ende damit noch. Aber gut, wahrscheinlich hört die Geschichte da nicht auf. Aber ich finde, so wie es jetzt erzählt ist, könnte man denken doch, Die Fakten, wie sie einem da geliefert werden, die Geschichte, die stimmt.
52:43
Natürlich, du hast gesagt, das ist ein wunderschöner Cliffhanger, schräg, schräg das Band war fertig, die Länge ausgereizt. Nein, aber bis dahin ist alles wahnsinnig, geht sehr gut auf für die beiden und...
52:55
Diese Beziehung ist ja auch wahnsinnig, man könnte sagen breit, aber ich habe das überhaupt nicht als langatmig empfunden, sehr breit zelebriert und dadurch erzählt sich diese Liebesgeschichte nicht nur aus einer reinen Behauptung, sondern ich bin mit den Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, gehe ich wahnsinnig gut mit.
53:14
Die Selbstanklage, die er auch immer wieder vornimmt. Also er ist ja rasend eifersüchtig. Auch die Schärfe vom Tonfall, wie schnell das geht. Aber er entschuldigt sich für mich auch immer sehr glaubwürdig. Findest du nicht?
53:26
Das macht es aber nicht besser.
53:28
Ich weiß nicht.
53:30
Sie sprechen darüber. Also es ist ja nicht so, dass er das nur seinen Anstellten und Privatdetektiven erzählt, sondern er thematisiert das mit ihr. Das ist ja immer so ein Schrei nach Hilfe. Hilf mir da zusammen rauszukommen. Ich weiß, ich tue dir weh.
53:42
Aber
53:44
Hey, ich fand das übrigens schön, das ist ja nun nach dem Theaterstück, das heißt, man merkt ja so ein bisschen wieder dieses Kammerspielartige, wir sind an einem Ort, dass sie es geschafft haben, ihre erste Begegnung in ihrem Wohnzimmer haben wieder aufleben lassen. Sie spielen das so nach und ich finde, das baut sich aber sehr schön auf, sodass ich dann nachher wirklich mit ihnen nochmal auf diesem Kreuzfahrtschiff bin. Da fand ich den hübschen Kniff.
54:10
Total. Mir ging es in der Szene so, ich dachte, okay, jetzt kommt eine Rückblende und dann reißen die sich hier gegenseitig wieder raus, nehmen die sich quasi zu schnell nahe kommen.
54:20
Ja, aber davor haben sie es ja ein paar Minuten lang aufrechterhalten. Das stimmt. Das ist wirklich sehr schön.
54:27
Ich denke daran nach, weil du sagst, vielleicht geht die Geschichte so wahnsinnig gut auf. Ich habe eben genau gedacht, als er das Tonband abhört und da spult er hin und her. Und für mich wirkt das so angelegt wie, oh jetzt hört er genau die falschen Sachen ab und kriegt eine andere Geschichte. Sie denkt doch, sie sei wirklich noch verliebt in ihre ehemalige Affäre, aber bekommt er trotzdem auch im Schnelldurchlauf, erwischt er genau die richtigen Sekunden, diese Minuten langen Abhörer, ganz genau, wo er hin muss.
54:57
Ja, vielleicht ist doch die ganze Geschichte ein bisschen zu perfekt. Wir hatten ja schon mal ein Hörspiel von ihm, wo dann doch viel geschauspielert wurde. Aber ich weiß nicht, das ist jetzt vielleicht die Vermutung, weil es so gut aufgeht und doch noch eine Weile geht der zweite Teil ist ja nochmal so lang.
55:12
Ein bisschen was muss da ja noch passieren.
55:14
Diese Tonbänder, die sich abhören, das war ja bei den fünf toten alten Damen gleiches Jahrzehnt auch so. Jetzt denkt man so im Nachhinein, es war so eine Spielerei, das hat jeder offensichtlich gerne gemacht. Du meintest, das ist halt ein Polizist mit besonderen Fähigkeiten, aber auch vertriezliche, misstrauische, mörderische Damen installieren Tonbänder, um die Räume abzuhorchen.
55:36
Einfach mit diesem kleinen, feinen Mikro, was da installiert ist. Ja.
55:39
Warst du mal in Wann, da wo das Ganze spielt?
55:43
Nein.
55:44
Es ist nur, weil so wieder, wie es geschildert wird und das, was ich auch schon sagte, nimmt sich mal so leicht ein halbes Jahr Urlaub und sie arbeitet sowieso nicht und dann sind sie wieder in so einem Ferienort mit dem Motorboot draußen zum Angeln und die Tage plätschern so schön dahin.
56:02
Jetzt habe ich gerade doch noch einen Gedanken.
56:04
Zu wann?
56:05
Nee, weil du so gesagt hast, er nimmt sich ein halbes Jahr Auszeit.
56:09
Oh Gott, jetzt habe ich was verraten?
56:10
Nee, das hat er mehrmals gesagt im Hörspiel. Aber vielleicht spielt gar nicht sie ihm was vor, sondern eher ihr.
56:18
Was sollte er ihr vorspielen?
56:19
Vielleicht ist er ermitteln und weiß, dass sie jemanden umgebracht hat. Und er geht so undercover, dass jemand heiratet.
56:27
Aber dann ist ja die ganze schöne Kreuzfahrt-Liebesgeschichte, die ich gerade so gelobt habe, so von sehr, sehr langer Hand geplant. Und dann ist es, ja gut.
56:38
Jetzt bin ich aber ein bisschen übermisstrauisch und überspekulativ.
56:41
Dieses schauspielerische Talent, diesen Figuren, was würde ich?
56:46
Eher den anderen Figuren geben als jetzt unserem harten Hund in der Hauptrolle.
56:49
Also was heißt denn hier den anderen Figuren? Da kommen ja nicht mehr so viele in Frage. Du meinst natürlich die Frau. Hey, können wir ganz kurz, Lilian Westphal ist das. Und ich finde, wir haben sie bis jetzt im Krimi-Podcast ein bisschen wenig erwähnt, kann das sein? Obwohl sie uns ja ständig unter und überkommt, nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Regisseurin.
57:09
Oft als Regisseurin, Übersetzerin, wie im heutigen Hörspiel. Sie spielt die weibliche Hauptrolle, aber hat auch übersetzt. Eben ganz vielseitiges Hörspiel schaffen.
57:17
Ja, hat sowohl beim Bayerischen Rundfunk als auch beim Schweizer Rundfunk als Hörspielregisseurin gearbeitet. Schauspielerin ursprünglich. Ich glaube, in Dresden hat sie ihre Ausbildung gemacht. Und dann kam sie aber, glaube ich, recht rum. Und nicht verwandt mit dem König der Vorleser, Gerd Westphal. Auch wenn die... Ich glaube, der Name ist gar nicht so selten, aber wenn es einem halt so im Hörspielkontext vorkommt, dann will man die natürlich gern zusammenschmeißen und die waren ja auch ungefähr Zeitgenossen, aber haben wirklich nichts miteinander zu tun.
57:46
Wie so gewisse Krimiautoren, die auf den Namen Thomas enden und zeitgleich schreiben und trotzdem nichts miteinander zu tun hatten.
57:52
Ja, aber das, da sage ich euch auch, Susanne, und nicht nur wegen dem Namen, wird auch im zweiten Teil prälieren, schauspielerisch, finde ich wirklich, sie hat eine ganz breite, ganz große Range von Tönen, können wir ja im zweiten Teil noch drüber sprechen. Und sie stiehlt ihm aber nicht die Show, sondern er ist ja wirklich ebenbürtig, kann ihr den Arm reichen, Olivier Lenoir, Kriminalkommissar, gesprochen von …
58:17
Wolfgang Reichmann kennen wir als Dickie Dickens.
58:21
Wo Lilian Westphal unter anderem Regie geführt hat. Wahrscheinlich auch so ein super eingespieltes Team. Fiel ihnen gar nicht so schwer. Sie ist halt, weißt du, also Susanne sagt ja von sich, ich bin so 28, oder? Sie macht diese Rechnung auf erst 46. Und ich habe sie dann mal nachgeschaut. Also Frau Westphal war da schon über 40. Und das war wirklich Chapeau. Ein bisschen hört man es, dass die Stimme dann doch reifer ist als sie. Also ich habe mich das ab und zu gefragt, was es jetzt machen würde, wenn du wirklich nochmal so ein, Anführungszeichen, junges Ding da gehabt hättest und nicht diese versierte, also die hat eine wunderschöne Stimme, aber trotzdem, reife Frau.
59:00
Gefällt dir ihre Stimme?
59:01
Sehr.
59:01
Du sprichst doch auf manche Frauenstimmen und Typen nochmal so extra an, aber du magst eher so ein bisschen die Kokotten, oder? Nee, nicht Kokott ist auch falsch. Kokett? Ja, nee, die Frechen.
59:12
Also sie ist jetzt genau, aber das hat auch ein bisschen damit zu tun, sie spielt jetzt genau nicht die, wie bei Paul Cox, die immer gern kommt. Die Vini.
59:20
Ja, die Vini, das freche junge Ding, was aber dann doch oft viel klüger und reifer ist, als man so denkt auf den ersten Sprig. Und genau, hier sagt man zwar, sie sei so vom Alter, aber so ganz, sie macht was anderes. Aber sehr toll.
59:33
Ja, es geht bei ihr ganz viel über den Atem, habe ich gemerkt. Also das macht auch eine große Sinnlichkeit aus. Du hörst sie viel atmen, achtet mal im zweiten Teil darauf.
59:42
Beide oder sie vor allen Dingen. Also was natürlich auch immer so ein bisschen zu so einem klassischen Frauenbild passt, dass man so schnell angegriffen ist, körperlich angegriffen in dem, was passiert. Aber sie steuert auch ganz viele Brüche. Ja.
59:56
Jetzt muss ich reden, ohne zu reden. Nein, aber sie muss durch viele, er stürzt sie ja auch in so ein Wechselbad der Gefühle. Und sie erzählt vieles über den Atem. Also dass sie sich zum Beispiel, in der Zeile muss sie aufgebracht sein und vier Zeilen später muss sie aber schon wieder sagen, ja, ich verstehe und gefasst. Und da muss man die Stufen ihres Atems mitnehmen. Damit telefoniert sie das vor. Das ist echt toll.
60:18
Sehr spannend. Wirklich was zu mitnehmen für die nächste Regiearbeit, oder? Aber ich denke mal, das wird es ja selber mitgebracht haben.
60:27
Ich habe auch gedacht, wenn ich jetzt jemanden besetzen würde in der heutigen Zeit und zu ihm sage, hey, wir versuchen mal so zu machen, wie die guten 50er, 60er, ich glaube, ich würde sie als Vorbild geben. Also wenn man da viel abkopieren kann, um aber eine Tonalität herzustellen und eine Verletzlichkeit und gleichzeitig aber auch wieder...
60:47
diese Tigerstärke, was sofort diese Zeit irgendwie aufmacht, finde ich, in der Spielweise.
60:54
Also jetzt freue ich mich noch mal auf den zweiten Teil. Super Fokus.
60:58
Also keine Winnie, du hast schon recht.
61:00
Muss ja auch nicht immer. Gut, dann gibt es nächste Woche den zweiten Schuss. Dann kommt er dann hoffentlich. Einer mindestens. Einen brauche ich schon. Jetzt bin ich da enttäuscht. Sonst will ich mein Geld zurück. Bis zum nächsten Mord. Macht's gut.
61:28
Das war ein Podcast von SRF.
61:31
Produziert im Auftrag der SRG.